Wie wird Brustkrebs behandelt?

Brustkrebs wird meist mit Operation, Bestrahlung, Chemo- und Hormontherapie sowie zusätzlichen, individuell auf die Situation abgestimmten Maßnahmen. Bei der Chemotherapie werden Medikamente gegeben, die Zellgifte sind und somit auch Krebszellen abtöten. Sie greifen aber auch auch gesunde Zellen an, vor allem diejenigen, die sich schnell teilen wie z.B. die der Haare oder der Mundschleimhaut. Zum Glück wachsen nach einer Chemotherapie die Haare schnell wieder nach (auch die Wimpern und Augenbrauen), und die Mundschleimhaut regeneriert sich ebenfalls innerhalb kurzer Zeit. Es kann sein, dass eine Chemotherapie schon vor der Operation nötig ist, um z.B. einen besonders großen Tumor zu verkleinern. Dann muss nicht so viel Brustgewebe weggenommen werden. In bestimmten Fällen z.B. dann, wenn der Tumor noch sehr klein (unter einem Zentimeter) war und wenig aggressiv, kann sogar auf eine Chemotherapie ganz verzichtet werden. Das entscheiden die Ärzte zusammen mit Deiner Mutter nach genauer Analyse aller Charaktereigenschaften des Tumors

Heute wird ohnehin meist nur das von Krebszellen befallene Areal entfernt, nur noch selten die ganze Brust. Das liegt daran, dass der Brustkrebs bei den meisten Frauen entdeckt wird, wenn er noch klein oder schon vor der Operation mit der Chemotherapie behandelt worden ist.Manchmal sind aber auch mehrere Operationen notwendig - weil die Brust vielleicht doch abgenommen werden musste und Deine Mutter einen Wiederaufbau erwägt.

Bei den Medikamenten gibt es verschiedene Ansätze, die alle dazu beitragen sollen, das erneute Heranwachsen eines Tumors zu verhindern. Denn es kann sein, dass sich im Körper noch Tumorzellen herumtreiben, auch wenn der Knoten in der Brust ganz entfernt worden ist. Sie sind möglicherweise schon frühzeitig im Laufe der Erkrankung in die Blutbahn oder das Lymphsystem gelangt und können Ausgangspunkt für ein neues Tumorwachstum im Körper sein. Natürlich sollen auch diese vagunbierenden Zellen unschädlich gemacht werden, bevor sie sich in einem anderen Organ ansiedeln und dort zu Tochtergeschwülsten- den Metastasen- heranwachsen können. Auch die Bestrahlung nach der Operation und der Chemotherapie, die in der Regel über mehrere Wochen in kleinen Strahlendosierungen durchgeführt wird, hat das Ziel mögliche Krebszellen, die sich noch in der Brust befinden, abzutöten. Damit wird verhindert, dass sich in der Brust wieder ein neuer Tumor bilden kann.

Generell ist es sinnvoll und notwendig, ein auf die jeweilige Situation individuell passendes Therapiekonzept auszuarbeiten. Das braucht Zeit. Wenn also nicht alles Schlag auf Schlag geht, musst Du Dir keine Sorgen machen. Tumore wachsen im Allgemeinen relativ langsam, im Laufe von Monaten und Jahren. Es ist wichtig, dass sich Deine Mutter die Zeit nimmt, die sie braucht, um gemeinsam mit den beteiligten Ärzten ein für sie passendes Behandlungskonzept zu erstellen.

Ein wichtiger Behandlungsbaustein ist noch die hormonelle Therapie, im Fachausdruck endokrine Therapie. Eigentlich ist das eine „Antihormontherapie“. Diese Medikamente dienen nämlich dazu, die weiblichen Hormone wie Östrogen und Progesteron auszuschalten, die in den Eierstöcken vor den Wechseljahren und außerdem im Fettgewebe gebildet werden. Das ist eine sehr sinnvolle Behandlung. Bei vielen Frauen mit Brustkrebs haben die Tumorzellen Antennen (Rezeptoren) für weibliche Hormone, die das Wachstum der Krebszellen fördern. Schaltet man sie aus, entzieht man den Krebszellen einen wichtigen Nährstoff. Frauen, bei denen der Tumor dieserart "hormonrezeptor-positiv" ist, bekommen deshalb Medikamente, die dafür sorgen, dass der Organismus keine weiblichen Hormone mehr bilden. Wenn Deine Mutter die Wechseljahre noch nicht hinter sich hat, wird sie mit diesen Mitteln vorzeitig in die Wechseljahre versetzt und hat dann eventuell auch die entsprechenden Symptome (z.B. Hitzewallungen). Diese „antihormonelle Therapie“ wird in der Regel über mehrere Jahre nach der Operation gegeben, um Tumorzellen, die vielleicht noch im Körper verblieben sind, auf Dauer den Wachstumsanreiz zu nehmen.

Wenn Du noch Genaueres über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten erfahren willst, kannst Du Dich hier informieren.

Hat Deine Mutter die Behandlung mit Operation und meist einer Chemotherapie hinter sich gebracht, hat sie gute Chancen, dass sie ganz geheilt ist. Anhand bestimmter Kriterien lässt sich einschätzen, wie hoch das Risiko ist, dass die Kranheit wieder aufflammen könnte. Leider kann man das heute noch nicht exakt bestimmen. Deshalb müssen und sollen Frauen mit Brustkrebs eine regelmäßige Nachsorge wahrnehmen. Das heißt, Deine Mutter geht in regelmäßigen Abständen zur Vorsorgeuntersuchung ihrem Arzt/Ärztin, damit mögliche Veränderungen in der Brust und anderen Organen frühzeitig erkannt werden.

Natürlich wird sie wird auch selbst darauf achten, dass der Krebs nicht wiederkommt und vielleicht einiges in ihrem Leben ändern. Allerdings: Es gibt keine Garantie darüf, dass der Krebs nicht zurückkehrt- bei manchen Frauen in der Brust, bei anderen in anderen Organen (z.B. Leber, Lunge, Knochen), wo er Tochtergeschwülste( Metastasen) bilden kann. Die Ärzte sprechen dann von einem Rezidiv. Tritt es in der Brust auf, kann Deine Mutter wieder ganz gesund werden. Haben sie bereits Tochtertumore (Metastasen) in anderen Organen gebildet, kann man diese mit Medikamenten und anderen Verfahren ebenfalls gut behandeln, sodass sich die Krankheit über viele Jahre gut in Schach halten lässt.