Erfahrungsberichte/Portraits

"Ich hoffe, Sie bleibt noch lange bei uns!

Yasmine (21), keine Geschwister

Der Kampf begann im Oktober 2005, meine Mama war damals 35 Jahre. Sie bemerkte beim Anziehen einen Knoten in der Brust. Sie brach sofort in Panik aus und hatte gleich am nächsten Tag einen Termin beim Frauenarzt. Die schreckliche Nachricht ließ nicht lange auf sich warten: "Brustkrebs"!
Da schießen einem plötzlich tausend Gedanken durch den Kopf: Wird sie jemals wieder so sein wie früher? Kann sie sterben? Wie geht es weiter?

Die OP wurde schon bald durchgeführt. Die hat sie zum Glück gut überstanden. Es folgten Chemotherapie und Bestrahlung, die Haare sind ausgefallen. Das Gute daran war, sie hatte eine neue Liebe gefunden und wurde dadurch gut gestärkt. Wir dachten zunächst: Alles war überstanden. Es ging ihr wieder sehr gut.

Im Oktober 2010 musste meine Mama zur Kontrolle. Sie kam nach Hause und ihr war die Angst ins Gesicht geschrieben: Ein großer Rückfall, schlechte Werte und ein Tumor am Lungenflügel war auf dem CT zu sehen. Die zweite OP folgte, und die Ärzte meinten: Beide Lungenflügel sind völlig befallen mit Tumoren. Ein Schock für uns alle!

Sie konnte bald wieder nach Hause, doch man konnte zusehen, wie es ihr immer schlechter geht. Sogar Weihnachten und Silvester musste sie im Krankenhaus verbringen. Zur Zeit bekommt sie wieder Chemotherapie, die sie auch den Rest des Lebens bekommt. Die Ärzte sagten ." Keiner kann sagen, wie lange sie noch hat".

Ich selbst kann sie kaum noch anschauen, weil ich sehe, wie schlecht es ihr geht und wie sie Tag für Tag versucht zu kämpfen. Sie lässt es sich nicht anmerken, aber ich denke, als Tochter sieht man, wenn seine eigene Mama keinen "Bock" mehr hat. Ich hoffe, sie bleibt noch lange bei uns! Ich liebe dich Mama!